26.07.2019

Glowe- Ystad (Swe)

Moin, rief ich aus meiner Koje und holte hiermit Ulli unsanft aus Ihren Schönheitsschlaf. Nööö, noch einmal umdrehen…., habe schlecht geschlafen, so ihr Kommentar auf meinen lieblichen Weckruf. Doch ich kannte keine Gnade, schließlich war es zwei Uhr in der früh und die Chartercrew auf dem Nachbarschiff auch schon wach, oder – und das war wahrscheinlicher – immer noch auf. 45 Minuten später hatten wir die Hafenausfahrt von Glowe bereits achteraus und konnten dem Autopiloten die Arbeit überlassen. Es ging schnurstracks geradeaus mit 12 Grad Kurs über Grund nach Schweden. Die knapp 60 Meilen waren gekrönt von einem herrlichen Sonnenaufgang, und einem wolkenlosen Himmel. Bei der Querung der beiden großen Wasserwege welche Skandinavien, das Baltikum und Deutschland mit dem Rest der Welt via Seeweg verbindet, wurden wir wie ein Hase übers Feld gejagt. Ein Hakenschlag folgte dem nächsten um nicht mit den dicken Pötten zu kollidieren. Es war mächtig voll hier, Rush-Hour auf der Ostsee ! Nach guten 10 Stunden hatten wir unser Ziel Ystad erreicht und für die Ratzfatz einen guten Liegeplatz im Hafen gefunden. Nachdem alles an Bord klariert und wir uns ordnungsgemäß beim Hafenmeister angemeldet hatten, ging es erst einmal in die Koje um Schlaf nachzuholen. Kaum eingenickt, wurden wir von lautem Gebrüll und Geschrei zurück ins Leben geholt. Was war los…? Oje, das Hafenkino hatte begonnen, ein Boot nach dem anderen lief ein und versuchte bei der Suche nach einen Liegeplatz sich in die noch so kleinste Lücke zu zwängen. Bei unserem Nachbarn hatte dieser Versuch für Blessuren an seinem Dampfer gesorgt und dementsprechend groß war die Aufregung. Eine Bootsbreite von ca. 4 Meter in einem noch freien Platz von ca. 3 Meter zu zwängen funktioniert eben doch nicht ! Keine 30 Minuten später versuchte der Skipper einer HR 352 die freie Lücke neben uns zu nutzen. Ich rief noch rüber “ the place is not wide enough for you“ doch meine Worte wurden anscheinend vom Wind in die Ferne getragen. Der Kollege hielt unverdrossen auf die Lücke zu, Madame stand derweil vorne auf dem Vorschiff, strahlte mich beseelt an und reichte mir (am Heckkorb der Ratzfatz stehend) dabei eine Vorleine herüber. Was sollte ich mit dem Tampen… ??? Ich hatte alle Mühe dabei mit meiner Manneskraft den Dampfer auf Abstand zu halten um Schaden abzuwenden. Doch der Skipper ließ nicht locker und versuchte weiterhin mit kurzen Gasschüben die Lücke zu erobern. „Sind die denn hier alle total bescheuert“ schrie es aus mir heraus während ich immer noch mit dem Dampfer des Irren am kämpfen war. Mittlerweile standen auch vorne auf dem Steg Segler und ersuchten den Kollegen wild gestikulierend und auf schwedisch davon zu überzeugen, sein Vorhaben abzubrechen. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit legte Herr Kapitän den Rückwärtsgang ein und versuchte sein Glück woanders. Ich hoffe nur, dass er zumindest die Erkenntnis gewonnen hat, dass auch mit Motorunterstützung eine dreimeterfünfzig breite Yacht nicht so ohne Weiteres auf drei Meter zu reduzieren geht.

…es wir so langsam hell am Horizont

…und die Sonne lugt hervor

… immer ein kleines bisschen mehr

… das ist sie

… unvergesslich schöne Momente auf dem Wasser

… Schweden wir kommen

… die Gastlandflagge wurde schon gehisst

… Einfahrt in den Hafen von Ystad, noch ist es alles sehr entspannt hier!

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

25.07.2019

Glowe

Wir haben nun drei Tage den Sommer in Glowe mehr als genossen und planen für heute Nacht die Überfahrt nach Schweden. Bornholm werden wir wohl auslassen. Nach jüngsten Aussagen von mehreren Ostseereisenden sind die Häfen auf Bornholm allesamt stark überfüllt! Von daher werden wir uns Bornholm und die Erbseninseln für später aufheben.

… Glowe Strand

…Strandbad Glowe

….Ausblick über den Bodden bis nach Hiddense

…und in die andere Richtung bis nach Lohme

…Hafenansichten

…zum Abschied schenkt uns Glowe noch einen herrlichen Sonnenuntergang über Kap Arkona

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

23.07.2019

Kröslin – Sassnitz – Glowe

In den letzten zwei Tagen sind wir von Kröslin aus über Sassnitz und heute weiter nach Glowe gesegelt. Kurz nach unserer Abfahrt aus Kröslin hatte unsere Ratzfatz in der Knaakenrücken- Rinne Grundberührung und wir saßen kurzzeitig im weichen Boddenboden fest. Die in den Seekarten vermerkte Solltiefe von 5 Meter hat an unserer Position wohl nicht mehr so ganz gestimmt. Innerhalb von nur einer Bootslänge zeigte das Lot 4,0- 3,O- 2,0, 1,5 m Tiefe an. Bei 5 Knoten Fahrt über Grund war ein rechtzeitiges Aufstoppen einfach nicht mehr möglich. Gottseidank war der Grund hier weich und sandig so dass unser Boot sanft an Fahrt verlor. Laut Plotter, Seekarte und Peilung befanden wir uns etwas Steuerbordseitig der Fahrwassermitte aber immer noch im betonten Bereich. Nach einigen Male Schub achteraus kam die Ratzfatz dann aber relativ gut wieder frei. Da wir den Braten hier jedoch nicht mehr trauten, sind wir zurück und haben unsere Fahrt über die breitere und tiefere Tonnenbank – Rinne fortgesetzt. Später hörten wir dann über Funk wie noch zwei weitere Segler über Bremen Rescue Schlepphilfe angefordert haben. Beide saßen an exakt gleicher Position in der Rinne auf Grund und kamen ohne Hilfe nicht mehr frei. 4 Std. später sind wir dann am frühen Nachmittag in Sassnitz eingelaufen. Sassnitz hat uns nicht wirklich gut gefallen. Zwar wurden die Sanitäranlagen mittlerweile erneuert, aber ansonsten hat der Hafen nicht wirklich Charme. So entschlossen wir uns heute früh weiter nach Glowe zu fahren. Bei diesigen und unfreundlichen Wetter mit Wind und Welle gegenan, machten wir uns unter Motor auf den Weg ins ca. 15 Seemeilen entfernte Seebad. Vorbei führte uns die Fahrt an den berühmten Kreidefelsen mit dem 118 Meter hohen Königsstuhl. Mittlerweile klarte es auch immer mehr und mehr auf und beim Einlaufen in den Hafen Glowe strahlte der Lorenz von einem Azurblauen Himmel. Schön hier!!!

…auf Grund gelaufen

… und wir waren im Fahrwasser

… nach einem kurzen Schreck ging es dann weiter

… Hafen Sassnitz

… die Kreidefelsen von Rügen

… der Königsstuhl

… Hafen Glowe

…mit gaaanz viel Strand!!!

… auf der Suche nach Internetempfang sind wir im Hafenkiosk gestrandet

Ahoi von der Ratfatz Ulli & Ralf

21.07.2019

Kröslin

Wir sind im Entschleunigungsmodus angekommen und so langsam gewinnt das Urlaubsgefühl die Oberhand. Warum sollten wir also in Hetze verfallen und nicht noch einen Tag länger in Kröslin bleiben. Auch wenn der Ort nicht viel zu bieten hat, so gibt es zumindest reichlich Landschaft und Natur welche es mit dem Rad zu erkunden galt. Außerdem trifft die Ausstattung der Hafenanlage mit Yachtservice, Minimarkt, Yachtshop, Steakhouse, super Sanitäranlagen und Schwimmstege mit beidseitigen Fingerstegen genau dass was man sich als Segler wünscht. Dazu kommt, dass es trotz Hochsaison hier wirklich ruhig und entspannt zugeht.

… Marina Kröslin

…auch hier voll im Trend FLOATING Häuser

…Ausflug mit den Bordfahrrädern

…in die umliegende Natur

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

19.07.2019

Stralsund – Kröslin

Heute war einmal mehr zeitiges Aufstehen angesagt. Wir wollten die erste Brückenöffnung (05:20)der Ziegelgrabenbrücke über den Strelasund nutzen um noch vor Mittag im ca. 31 Seemeilen entfernten Kröslin einzulaufen. Für den doch relativ kurzen Schlaf wurden wir mit einem herrlichen Sonnenaufgang belohnt. Das unser Plan aufgehen sollte, bestätigte sich später in Kröslin. Punkt 11:00 lag die Ratzfatz an einem super Liegeplatz in der Marina fest.

…Punkt Fünf hieß es Leinen los

… um 15 Minuten später auf die Brückenöffnung zu warten

…die Ziegelgrabenbrücke gewährt uns freie Durchfahrt

…auf der Steuerbordseite geht die Sonne über Rügen langsam auf

… ob sich das Wetter hält?

…ja,es hält!! Meine Chefin hat nicht nur mich fest im Griff 😉

… vom Peenestrom geht es in die Marina Kröslin

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

18.07.2019

Stralsund

Die alte Hansestadt begeistert uns immer wieder so dass es viel zu schade wäre hier nur einen kurzen Zwischenstop einzulegen. Zuletzt haben wir im Mai 2017 zum Anfang unserer „Rund Ostsee“ Reise Stralsund besucht und waren wie immer begeistert. Jetzt im Hochsommer dominiert überall in der Stadt sattes Grün und jede Menge Wasser. Es macht einfach nur Spaß mit dem Rad oder per Pedes auf Erkundungstour zu gehen und immer wieder Neues zu entdecken.

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

17.07.2019

Hohe Düne (Warnemünde) – Stralsund

Heute sollte es eigentlich nach Barhöft gehen doch weil wir gut voran gekommen und früh gestartet sind, haben wir später Barhöft Steuerbordseitig liegen lassen und sind gleich weiter bis in die City Marina von Stralsund gefahren. Aber der Reihe nach. Bereits und halb fünf (04:30) haben wir uns aus den Federn geschält und so hieß es relativ früh „Leinen Los“. Der Wind wehte mit 4 Bft aus NW und die Ratzfatz machte unter Groß und Genua flotte Fahrt. Mit bis zu 8kn liefen wir bei aufgehender Sonne auf Darßer Ort zu. Später wurde die Fahrt dann beschaulicher und ab der Einfahrt in den Gellenstrom vor Hiddensee mussten wir dann den Motor um Unterstütung bemühen. Mittlerweile war es kurz nach Mittag und Barhöft lag vor uns. Eigentlich könnten wir doch auch gleich noch die restlichen 9 Seemeilen bis Stralsund abrocken?! Gesagt getan, Ruder hart Backbord und den Strelasund bis Stralsund gefolgt. Punkt 14:00 hat dann die Ratzfatz nach 59 Seemeilen und guten 9 Stunden in der City Marina von Stralsund ihren Liegeplatz für die nächsten zwei Tage gefunden.

…wir verlassen um 05:15 die Marina Hohe Düne

…kurz nach der Hafenausfahrt werden die Segel gesetzt

…es läuft 🙂

…Einfahrt zur City Marina Stralsund

…gut, dass wir so früh sind, noch gibt es freie Platzwahl

…mal aus ner anderen Perspektive

…hier liegen wir gut!

…Reiseverlauf der ersten fünf Tage

Ahoi von der Ratzfatz Ulli & Ralf

16.07.2019

Immer noch in Warnemünde (Hohe Düne)

Irgendwie fehlt uns der Drive und wir kommen nicht so richtig los! Hinzukommt, dass uns das Wetter auch nicht zum weitersegeln überreden konnte. Wir müssen ja nicht…! Stattdessen haben wir den Tag mit Lesen und langen Spaziergängen am fast Menschenleeren Strand verbracht.

…voll ist anders!

…auch am Strand ist tote Hose!

… was macht Frau?

…mal nen Päuschen machen

Tschüss!!

Ahoi von der Ratzfatz – Ulli &Ralf

14.07.2019

Burgtiefe – Warnemünde (Hohe Düne)

05:00 klingelt uns das Smartphone aus dem Bett. Nöö, noch einmal kurz umdrehen bevor es los geht. Ein halbe Stunde später war es dann soweit. Raus aus den Federn, nen Mug Kaffee und ein halbes Brötchen muss fürs erste reichen. Wir wollen spätesten gegen Mittag in Warnemünde fest gemacht haben. Denn es ist die Warnemünder Woche und die Häfen sind sicherlich rappelvoll, so unserer Befürchtung. Punkt sechs ist es dann soweit, Leinen los und auf geht’s in Richtung Osten. Der versprochene NW- Wind läßt leider auf sich warten und der Diesel muss uns antreiben. Mit durchschnittlich 6 Knoten SOG geht unser Plan auf . Kurz vor Mittag mogeln wir uns durch etliche Regattafelder und Punkt 12:00 haben wir in der „hohen Düne“ fest gemacht. Entgegen unseren Befürchtungen ist die Marina fast wie leer gefegt. Es gibt reichlich freie Plätze und wir haben die Qual der Wahl. Die Hafenanlage hat irgendwie an Charme früherer Jahre verloren. Ganz anders sieht es auf der anderen Seite der Warnow aus. Hier scheint der Bär zu steppen. Kurzerhand entscheiden wir uns am Nachmittag mit der Fähre über zu setzten um uns ins Getümmel zu werfen. Zwei große Kreuzfahrriesen haben Ihre Passagiere ausgespuckt und weitere Tausende Touris haben Warnemünde regelrecht eingenommen. Na wer’s mag….? Für uns ist das nix und so verholen wir uns relativ schnell wieder zurück in die dagegen fast wie ausgestorben wirkende „Hohe Düne“.

…auf geht’s

…freie Auswahl

…fest in Hohe Düne

…viel Schiffsverkehr auf der Warnow

…mit der Fähre geht’s rüber nach Warnemünde

… ein Ruhepol in all dem Trubel!

13.07.2019

Endlich Urlaub

Eigentlich sollte es heute ins ca. 45 Seemeilen entfernte Warnemünde gehen. Doch mangels Wind und weil wir schon spät dran waren, gab es kurzerhand eine Planänderung. Wir haben noch 70 Liter Diesel gebunkert und uns nach Fehmarn / Burgtiefe verholt . Somit waren die ersten 10 Urlaubsmeilen auch schon nach 2 Stunden abgespult und wir genossen den herrlichen Sommertag bei 25°C und strahlend blauen Himmel. Der Wettergott meinte es also ausgesprochen gut an Ullis Ehrentag 🙂 Herzlichen Glückwunsch mein Schatz !!!